




Es ist vollbracht. Die erste CRAFT BIKE TRANS GERMANY ist beendet. Insgesamt
188 Teams sowie 37 Einzelfinisher (darunter leider auch Erik) haben die
836,79 Kilometer und 18.313 Höhenmeter des ersten Mountainbike
Etappenrennens quer durch Deutschland erfolgreich zurückgelegt. In acht
Teilabschnitten ging es von St. Wendel im Saarland bis nach Oberwiesenthal
im Erzgebirge, über die schönsten deutschen Mittelgebirge (7) und durch
sieben Bundesländer.
Am schnellsten waren Karl Platt und Stefan Sahm vom "Team Bulls" unterwegs.
Die beiden Profis, die fünf von acht Etappen für sich entscheiden konnten,
wurden mit einer Gesamtzeit von 28:52:41 Stunden ihrer Favoritenrolle
gerecht. Am längsten trat das Duo "De Doortrappers" in die Pedale. Ingrid
und Trijnie Munneke saßen 67:34:53 Stunden im Sattel.
17.000 Liter Flüssigkeit flossen zudem an den einzelnen
Verpflegungsstationen durstige Kehlen hinunter. Und auch das Rescue Team hat ordentlich anpacken müssen: 300 Meter Mull und über 1.000 Kompressen wurden verbunden.
Dass sich Aufwand und Strapazen für alle Beteiligten gelohnt hat, kann man
schon daran feststellen, dass noch während des Etappenrennens die ersten
Anmeldungen für 2008 bei den Organisatoren eingegangen sind. Ein erster
Terminvorschlag steht auch schon: Vom 14. bis 21. Juni 2008 sollen
Hobbybiker und Profis bei der zweiten CRAFT BIKE TRANS GERMANY erneut in den Mountainbike-Sattel steigen.
An dieser Stelle möchten wir nun auch noch ein paar eigene Gedanken zufügen.
Eine Frage, die uns immer wieder gestellt wurde, ist die TG schwerer oder
leichter als die TransAlp? Es ist so gekommen, wie wir es uns vorgestellt
hatten. Die TG ist einfach anders als die TransAlp, aber auf keinen Fall
leichter. Sie hat eine vollkommen eigene Charakteristik mit ihren kurzen und
zum Teil sehr giftigen Anstiegen, den ständigen Rhythmuswechseln und den oft
kräftezehrenden Wurzelpassagen.
Die TG ist eine vollkommen eigenständige Veranstaltung und mit nichts zu
vergleichen. Dass sie sehr anspruchsvoll war, belegen die Zahlen. Von den
506 gestarteten Bikern haben 413 Fahrer das Ziel in Oberwiesenthal erreicht.
Von den 253 Teams sind nur 188 auch als solche angekommen.
So erging es uns leider auch: Manfred musste die TG am vierten Tag mit
gebrochener Hand und offenem Ellbogen abbrechen. Nach einem Sturz auf einem scheinbar glatten aber abschüssigen Feldweg war das AUS gekommen. Die Brille war schlammverschmiert und eine heimtückische, nicht zu erkennende
Längsrinne wurde zum Verhängnis. An dieser Stelle sind auf der Etappe
etliche Teams zu Fall gekommen und trugen zum Teil schwere Verletzungen
davon. Da sehen wir wieder mal wie es so spielt. Wir rasen mit bis zum Teil
70 km/h die Pisten runter, ohne dass etwas passiert und an einer
vermeintlich harmlosen Stelle kommt es dann zum Sturz.
Erik stand nun vor einer schwierigen Entscheidung: Sollte er mit mir
zusammen nach Hause fahren oder die Tour als Einzelfahrer beenden? Ich
unterstützte Erik und meinte, er solle unsere Teamfarben bis ins Ziel
bringen.
Erik versprach mir, sich nicht zu schonen und so weiter zu fahren, als ob wir noch zusammen wären. So konnten wir uns selbst Rechenschaft über unsere Form und Vorbereitung ablegen. Ich bin kein Freund von würde, hätte, könnte. Doch in diesem Fall ging es uns um eine persönliche Abrechnung, damit wir uns und unsere Leistung besser einschätzen können. So haben "wir" die TG in 37
Stunden und 39 Minuten durchfahren und können mit unserer Leistung zufrieden sein.
Wir haben täglich telefoniert und ich habe die restlichen Etappen über das
Internet verfolgt. Erik ist ein echter Teampartner!
Übrigens: Meine Handoperation verlief ohne Komplikationen und das Ergometer
wird schon wieder fleißig gebraucht.
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich über die rege Anteilnahme
und die aktive und passive Unterstützung aller bedanken. Besonderer Dank
gilt Steppenwolf (die Erik spontan ein Bike zur Verfügung gestellt haben),
CUBE (die uns wieder herzlich in ihrem Team aufgenommen haben und den
kompletten Radservice, Physiotherapeutinen und Spagetti-Koch-Service lieferten), Alpina (von denen wir Brillen und Helme
bekommen haben und denen ich besonders dankbar bin), Adidas (die uns
eingekleidet haben und uns vor Hitze und Regen beschätzten).
Danke auch an unsere Familien, die uns in der Vorbereitung anspornten, uns
während der Tour entbehrten und uns nach der TG wieder mit unserem
zeitaufwändigen Hobby ertragen!
Die nächsten Projekte sind in unseren Köpfen schon vorhanden, brauchen aber noch etwas Zeit. (viiiel Zeit - Anmerkung von Eriks und meiner Frau)